Jiří Mastil
Česká republika 🇨🇿
Mit dem künstlerischen Schaffen habe ich irgendwann im Alter von acht Jahren ganz spontan begonnen. Es hat mich einfach gepackt. Schon in der Grundschule konnte ich einige Erfolge bei Kunstwettbewerben in meinem Heimatkreis verbuchen. Nach meinem Studium zog es mich aus beruflichen und kulturellen Gründen ins schöne und historische Prag. Dort begann für mich eine interessante berufliche Laufbahn im Bürobereich. Die Arbeit war ziemlich anspruchsvoll, sodass mir nur unregelmäßig Zeit für das künstlerische Schaffen blieb. Zum ersten Mal stellte ich 1987 auf dem 13. Salon junger Künstler aus. Ich bin Autodidakt und habe im Laufe dieser Jahrzehnte eine Reihe von künstlerischen Techniken ausprobiert: Zeichnen mit allen möglichen Mitteln, Linolschnitt, Kratzmalerei und Tusche auf Kreidepapier. Ich habe mich auch der Keramikkunst und der Seidenmalerei gewidmet. Wunderschön ist das Aquarell, das durch das Verlaufen und Trocknen der Farbe von selbst interessante Strukturen erzeugt; ich verwende auch Maskierflüssigkeit und Maskierband, und auch Salzkristalle erzeugen Effekte. Ich verwende eine Kohleuntermalung unter Trockenpastell und Acrylfarben, zu denen ich von der Ölmalerei übergegangen bin. Es macht mir Spaß, Farbschichten übereinander zu legen, die Vibrationen und einen impressionistischen Effekt erzeugen. Für schnelle Skizzen habe ich auch flüssige Kohle und flüssigen Graphit entdeckt. Ich habe sogar eine neue Technik erfunden – Trockenpastell, das mit Acrylmedium verwischt wird. Das Entdecken weiterer Techniken ist für mich ein echtes Abenteuer. Glücklicherweise nahmen mit der Zeit die Verfügbarkeit von Fachliteratur und die Häufigkeit von Anregungen für meine Arbeit zu. Die Fülle an verfügbaren Materialien und Hilfsmitteln in Online-Shops lässt das Herz eines Künstlers heute regelrecht höher schlagen. Mit Malerleinwänden würde ich nicht mehr in meine Wohnung passen, deshalb arbeite ich lieber auf aufgespanntem Papier.
Ein weiterer Wendepunkt kam nach meinem Eintritt in den Ruhestand, da ich nun für alles mehr Zeit habe. Ich habe ein Semester Figurenzeichnen und -malerei an der Kunstschule Balbínova absolviert. Die menschliche Figur ist für mich eine große Herausforderung. Thematisch widme ich mich auch der Darstellung historischer Architektur, von Tieren und der Natur sowie Erinnerungen an Reisen. Schließlich ist die Welt doch so schön!
Im Jahr 2024 hatte ich eine eigenständige Retrospektive mit sechzig Werken im Atrium des Bezirksamtes von Prag 13. Nach der Installation luden die Organisatoren kurzfristig und ungeplant auch das regionale Fernsehen zur Vernissage ein.