Luděk Prokš
Česká republika 🇨🇿
Er wurde am 28. März 1970 in Humpolec geboren. In der ersten Hälfte der 90er Jahre besuchte er das Prager Atelier der akademischen Malerin Věra Šteflová, wo er sich solide Grundlagen in der traditionellen Ölmalerei und handwerklichen Fertigkeiten aneignete.
Nach Abschluss seines Hochschulstudiums der Wirtschaftswissenschaften kehrte er zur Malerei zurück und lebte fortan abwechselnd in Prag und in Budíkov bei Humpolec – einem malerischen Winkel der Böhmisch-Mährischen Hochebene, der zu seiner wichtigsten Inspirationsquelle wurde.
In den Jahren 2005–2012 war er Mitglied des Kunstateliers Praga Prima (mit einer mehr als 70-jährigen Tradition), wo er unter der Leitung der akademischen Maler Miroslav Pesche und Lukáš Bradáček seine Technik der Ölmalerei von Stillleben und der Porträtzeichnung weiterentwickelte.
Wendepunkt und künstlerische Ausrichtung
Ein entscheidender Moment in seinem Schaffen war die Begegnung mit der Malerin und Pädagogin Monika Sichrovská, die ihn tiefer in die Landschaftsmalerei einführte. Künstlerisch steht er der Tradition der tschechischen Landschaftsmalerschule von Julius Mařák und dessen Schülern Antonín Slavíček, Bohuslav Dvořák, František Kaván, Ota Bubeníček, Jan Honsa, Otakar Lebeda, Jaroslav Panuška und anderen am nächsten. Aus deren Werk schöpft er Inspiration und Respekt für die traditionelle Herangehensweise an die Natur. In seiner Freizeit malt er vor allem Motive aus seiner Heimat, der Vysočina, der Umgebung von Tábor und dem Böhmerwald. Am häufigsten kehrt er zu den intimen Winkeln der Region um Lipnice in unmittelbarer Nähe von Lipnice nad Sázavou zurück, die er – ähnlich wie einst Julius Mařák selbst – als unerschöpfliche Quelle für Motive betrachtet.
Jüngste Werke und Ausstellungen Die Einzelausstellung „Von Budíkov und darüber hinaus“ (2024) bot einen Rückblick auf das Schaffen der letzten vier Jahre. Neben Gemälden aus der Umgebung von Budíkov waren in der Ausstellung auch Werke aus anderen Orten in Böhmen zu sehen, die der Künstler auf Familienreisen besucht, vor allem aus den tiefen Wäldern des Böhmerwaldes. Die Landschaft und ihr Wandel.
Der Künstler nimmt den aktuellen Zustand der Landschaft sehr sensibel wahr. Seine Heimatregion durchläuft aufgrund des Borkenkäfers und einer ausschließlich auf Gewinn ausgerichteten intensiven Landwirtschaft tiefgreifende Veränderungen. Gerade deshalb hält er es für wichtig, „jetzt“ zu malen, um noch jene Motive festzuhalten, die bald verschwinden oder sich dramatisch verändern könnten.„Es wird immer schwieriger, vor einer solchen Landschaft einfach nur mit der Palette dazustehen und nicht zu versuchen, mit einem interessanten und ungewöhnlichen Bild in die Natur selbst und ihre intimen Winkel einzudringen.“
Sein Schaffen ist somit nicht nur eine Hommage an die Schönheit der Natur, sondern auch ein stilles Zeugnis ihrer Zerbrechlichkeit und Wandelbarkeit im 21. Jahrhundert.