Petr Zlámal
Česká republika 🇨🇿
Von 1968 bis 1974 studierte ich an der Akademie der Bildenden Künste in Prag im Atelier für monumentale Malerei von Professor Arnošt Paderlík. Das Studium war für mich eine entscheidende Zeit, in der ich mir nicht nur die handwerklichen Grundlagen aneignete, sondern auch eine eigene Sichtweise auf das künstlerische Schaffen entwickelte. Nach meinem Abschluss erhielt ich vier Stipendien des Kulturministeriums, und einige meiner Gemälde wurden in staatliche Sammlungen aufgenommen und in Prager Galerien ausgestellt.
Nach dem Studium kehrte ich in meine Heimatstadt Šternberk zurück und beschloss, den Weg eines freien Künstlers einzuschlagen. In der Anfangszeit verdiente ich meinen Lebensunterhalt vor allem mit Aufträgen aus dem Bereich der angewandten Kunst und mit Projekten in der Architektur, doch der Schwerpunkt meines Schaffens lag stets in der Malerei. Seit 1971 stelle ich eigenständig aus. Ich hatte die Gelegenheit, meine Werke nicht nur in der Tschechoslowakei, sondern auch in Italien und Deutschland zu präsentieren. Seit 1977 nehme ich an Gruppenausstellungen im In- und Ausland teil, beispielsweise in Polen, Italien, Deutschland, Venezuela oder den Vereinigten Staaten. Ich schätze meine Bilder nicht nur als persönliche Aussagen, sondern auch deshalb, weil sie ihren Platz in Privatsammlungen in der Tschechischen Republik und im Ausland sowie in den Sammlungen des Kunstmuseums Olomouc und des Kulturministeriums der Tschechischen Republik gefunden haben. Von 1974 bis 1991 war ich Mitglied des Verbandes tschechischer bildender Künstler und seit 1990 bin ich Mitglied der Union der bildenden Künstler von Olomouc. Ein sehr wichtiges Kapitel meines Lebens war die Organisation internationaler Malersymposien in Šternberk in den Jahren 1992 bis 1995. Im Rahmen dieser Treffen waren hier etwa 120 Künstler aus verschiedenen Teilen der Welt zu Gast. Hier entstanden zahlreiche Freundschaften, kreative Kooperationen und Inspirationen, die anschließend zu Ausstellungen nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern auch in Italien, Deutschland, Österreich und der Republik Südafrika führten.
Von Anfang an interessierte mich der Mensch – seine Beziehung zur Natur, zur Technik und zu anderen Menschen. In meinen Bildern versuche ich, Gefühle einzufangen, die ich für das Leben als wichtig erachte: Ruhe, Harmonie, Einklang, Nähe und Liebe. Oft kehre ich auch zum Thema der Beziehung zwischen Mann und Frau zurück, denn gerade zwischenmenschliche Beziehungen betrachte ich als einen der größten Werte unseres Lebens.
Die Poetik der Gruppe 42 sowie die Tradition des mitteleuropäischen und deutschen Expressionismus liegen mir am Herzen. Die Zeit fasziniert mich – ihr Vergehen, ihre Wandelbarkeit und die Spuren, die sie in uns selbst hinterlässt. In meinem Schaffen beschäftige ich mich daher oft mit elterlicher Liebe, der Beziehung zur Landschaft oder der Frage, wie man emotionale Bindungen zwischen Menschen pflegen und schützen kann.Jedes Bild ist für mich eine bestimmte Geschichte. Manchmal halte ich eine konkrete Situation fest, manchmal eher eine Stimmung oder eine Erinnerung. Ich versuche jedoch stets, meine Gedanken und Erlebnisse in die Bildsprache zu übertragen, sodass der Betrachter darin auch seine eigenen Erfahrungen wiederfinden kann.
Während meiner gesamten künstlerischen Laufbahn bleibt die Zeichnung die Grundlage. Sie ist für mich das wichtigste Ausdrucksmittel und das Fundament jedes Bildes. Im Laufe der Jahre habe ich meinen Weg zu großen Formaten gefunden, die mir die Freiheit geben, die Geschichte, die Emotionen und den Raum des Bildes voll und ganz zu entfalten.